
道Dojo · · 3 Min. Lesezeit
KI-Suche frisst Klicks. Was kleine Firmen jetzt tun sollten
Wenn Google die Antwort gleich selbst gibt, klickt kaum noch jemand weiter. Die Zahlen dazu sind eindeutig. Die Rettung liegt trotzdem nicht in Zaubertricks, sondern in ziemlich langweiligem Handwerk.
Suchmaschinen waren jahrelang ein Deal: Du lieferst Inhalte, die Suche liefert Besucher. Mit KI-Antworten direkt in der Suche wird dieser Deal gerade neu verhandelt, und zwar ohne dich.
Die Zahlen
Das Pew Research Center hat im März 2025 das Suchverhalten von 900 Erwachsenen in den USA ausgewertet. Wenn Google eine KI-Zusammenfassung zeigte, klickten die Nutzer nur bei 8 % der Besuche auf ein klassisches Suchergebnis. Ohne Zusammenfassung waren es 15 %. Auf einen Link in der Zusammenfassung selbst klickten sie bei 1 % der Besuche.
Ahrefs kommt mit einem ganz anderen Verfahren zu einem ähnlichen Bild: Bei 300.000 untersuchten Suchbegriffen lag die Klickrate auf das erste Ergebnis um rund 34,5 % niedriger, wenn eine KI-Übersicht darüber stand.
Heißt: Wer bisher davon gelebt hat, einfache Fragen gut zu beantworten, verliert Besucher. Die Antwort steht jetzt über dem Link.
Die Tricks, die gerade verkauft werden
Wo Angst ist, ist ein Angebot. Gerade tauchen Pakete auf, die „Optimierung für KI-Suche“ versprechen: spezielle Dateien für KI-Crawler, geheimnisvolles Markup, Texte, die „für Maschinen geschrieben“ sind.
Google selbst sieht das nüchterner. In der eigenen Dokumentation steht, es gebe keine zusätzlichen Anforderungen, um in den KI-Übersichten aufzutauchen, und keine besonderen Optimierungen. Man brauche keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine KI-Textdateien und kein spezielles Schema-Markup. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Snippet in der Suche erscheinen dürfen. Das war es.
Das ist keine Garantie, dass Tricks nie etwas bringen. Aber wer für ein Wundermittel Geld ausgibt, das der Suchmaschinenbetreiber selbst für unnötig erklärt, sollte wenigstens wissen, was er da kauft.
Was stattdessen hilft
Die gute Nachricht ist langweilig: Es sind die Grundlagen, nur ernster genommen.
- Sei die Quelle, nicht die Zusammenfassung. KI-Antworten fassen zusammen, was es schon gibt. Was es nur bei dir gibt, eigene Preise, eigene Erfahrungen, echte Beispiele, klare Fakten zu deinem Angebot, lässt sich schlecht ersetzen.
- Beantworte die Fragen, die zu einem Auftrag führen. Nicht „Was ist SEO?“, sondern „Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb, und wie lange dauert das?“. Wer so fragt, will am Ende mit jemandem reden.
- Pflege dein Google-Unternehmensprofil. Bei lokalen Suchen landet man oft gar nicht erst auf einer Website. Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos und Antworten auf Bewertungen machen dort den Unterschied.
- Mach die Technik sauber. Schnelle Ladezeit, klare Struktur, jede Sprache mit eigener Adresse. Nichts davon ist neu, und genau deshalb fehlt es erstaunlich oft.
- Miss, was wirklich passiert. Die Search Console zeigt, bei welchen Suchen du erscheinst und wie oft geklickt wird. Weniger Besucher sind nicht automatisch schlecht, wenn die, die kommen, anfragen.
Das eigentliche Ziel
Klicks waren nie das Ziel, sondern Anfragen. Wenn weniger Menschen auf deiner Seite landen, muss die Seite mehr leisten: klar sagen, was du tust, für wen, und wie man dich erreicht. Eine Website, die das kann, übersteht auch die nächste Veränderung der Suche.
道場Dojo
